Bildung Hebräischer Eigennamen

Grundlagen. Basisfragen zu hebräischen Vokabeln und zur Grammatik
Wulf Bingel
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Bildung Hebräischer Eigennamen

Beitragvon Wulf Bingel » Mo 30. Mai 2016, 18:43

Cambron,
Kannst Du etwas zu der Frage von Martin Arhelger sagen, der in der bgbh-Liste folgende Frage gestell hat:

Gestützt auf Hebräer 7,2 (und andere Stellen) glaube ich, dass die Bedeutungen hebräischer Eigennamen typologische (vorbildliche) Bedeutungen haben und dass sich deren Erforschung lohnt.

Leider enthalten moderne hebräische Wörterbücher zum AT (fast) keine Namensdeutungen (mehr). Im bekannten Wörterbuch von Gesenius standen sie zuletzt der 11. Auflage von 1890.

Martin Arhelger

Mir ging es allerdings um etwas anderes, das man in diesen Wörterbüchern nicht oder nur ganz oberflächlich findet:
- allgemeine Bildungsgesetze für Eigennamen
- Regeln für die Verkürzung von Namensformen
- Deutung von Endungen, die i. d. R. nicht übersetzt werden, z. B. die Endung וֹן bei Simeon (שִׁמְעוֹן). ("Weil der HERR gehört hat (שָׁמַע), dass ich gehasst bin, so hat er mir auch diesen gegeben. Und sie gab ihm den Namen Simeon (שִׁמְעוֹן)). Was bedeutet diese Endung וֹן , warum steht bei einigen Namen und bei anderen nicht? usw.

Anderes Beispiel: Woher weiß man, ob das jod innerhalb eines Namens, wenn es zwei Nomen verbindet, ein Pronominalsuffix der 1. Person Singular ist oder einfach ein verbindender Vokal oder vielleicht der Rest einer alten Genitivendung?
Konkreter:
Abidan = "mein Vater ist Richter" oder "Vater des Richters" usw.
<>< Wulf

caleteu
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Re: Bildung Hebräischer Eigennamen

Beitragvon caleteu » Mi 1. Jun 2016, 07:49

Ich glaube nicht, dass wir genug über Biblisches Hebräisch wissen, um das endgültig sagen zu können. Wir haben halt nicht viel mehr als den Bibeltext, so dass man von Vergleichen mit ähnlichen Sprachen abhängt. Die Deutungen, die in Bibellexika angegeben sind, sind auch nicht genau. Ich glaube, man erkennt die Wurzel im Namen, und versucht, den Namen dem Zusammenhang entsprechend zu deuten. Bei Simeon z. B. kann man die Wurzel Sch m ' erkennen, das heißt "hören", aber von Gott ist in dem Namen keine Rede.
Ein paar Wortteile kann man schon identifizieren. 'Jo' am Wortanfang und 'Ja' am Wortende heißen 'Jahwe".
Wenn Du aber wirklich mehr herausarbeiten möchtest, müßtest Du Dich in der Semitistik (?) vertiefen. Die Fachbücher zu Bibelhebräisch (Gesenius, Meyer, Joüon/Muraoka usw. gehen gar nicht so viel darauf ein. Anstatt eine Bedeutung aus der Morphologie herauszulesen, versuche, die Wurzel zu erkennen und schaue den Zusammenhang an -- eine Studie der Namen der 12 Stämme z. B. sagt mir, in Verbindung mit der Geschichte der Mütter, etwas über ihre geistliche Haltung aus. Übrigens, Namen sind auch manchmal zweideutig.
Liebe Grüße, Deine Cambron


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