Verschiedene Übersetzungen

Grundlagen. Basisfragen zu hebräischen Vokabeln und zur Grammatik
Manfred
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Verschiedene Übersetzungen

Beitragvon Manfred » Sa 4. Feb 2017, 18:26

Jerem. 31,36+37 wird bei Luther, Elberf. und Vulgata genau entgegengestzt
übersetzt wie bei anderen Übersetzungen. Wie kann diese unterschiedliche
Übertragung aus dem Hebräischen erklärt werden?
Mich interessieren hier nur die sprachwissenschaftlichen und übersetzungs-
technischen Aspekte. Die Erwählung Israels bleibt für mich unangetastet.
Liebe Grüße!
Manfred
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caleteu
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Re: Verschiedene Übersetzungen

Beitragvon caleteu » So 5. Feb 2017, 06:49

Ich sehe keinen Gegensatz zwischen 1912 Luther und Revidierten Elberfelder zu den anderen Übersetzungen. Vulgata kann ich nicht beurteilen, ich kann kein Latein. LXX entspricht MT.
liebe Grüße, Deine Cambron

Manfred
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Re: Verschiedene Übersetzungen

Beitragvon Manfred » So 5. Feb 2017, 15:37

Hallo,
in fast allen Übersetzungen steht: Israel würde verworfen;
Menge und Luther 84: Israel wird nicht verworfen.
Das war die Frage: Was ist richtig?
Liebe Grüße!
Manfred
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caleteu
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Re: Verschiedene Übersetzungen

Beitragvon caleteu » So 5. Feb 2017, 20:51

Vs. 36: Hebräisch: Wenn/obwohl diese Gesetze (Siehe Vs. 35: die Naturgesetze) von vor meinem Angesicht weichen, wird auch der Samen Israels aufhören ein Volk (Goi) vor meinem Angesicht zu sein alle Tage
LXX Wenn diese Gesetze von vor meinem Angesichte weichen würden (eindeutig Konjunktiv; Hebräisch hat keine Form für die Konjunktiv), spricht der Herr, ann wird auch das Volk Israel aufhören ein Volk von vor meinem Angesichte zu sein die ganzen Tage.
Die Aussage in beiden Texten ist: Solange die Naturgesdetze gelten/bzw. selbst wenn sie aufhören, bleibt israel ein Volk in Gottes Gegenwart.

Vs. 37 Hebräisch: WEnn/obwohl usw. werde ich auch der ganze Samen Israels verwerfen wegen alles, was sie getan haben.
LXX Wenn der Himmel erhört würde uw. dann werde ich den Stamm Israel nicht verwerfen, wegen alles, was sie getan haben.

Das ist ein Problem, dass Hebräisch keine Verbform für den Konjunktiv hat. Das andere ist die Wendung am Ende von Vs. 37. "wegen alles, was sie getan haben".
Der Zusammenhang des ganzen Kapitels zeigt aber, dass es Gottes Absicht ist, dass Israel sich bekehrt, dass Gott einen neuen Bund, der nicht gebrochen wird, mit Israel schließt, und sein Gesetz in ihr Herz schreibt. Wenn das Volk also Buße tut, warum soll Gott ihn verwerfen? Das passt doch nicht in den Zusammenhang! (Übrigens, in Hebräisch ist es noch wichtiger auf den Zusammenhang zu achten, weil manche Verbformen fehlen, die wir benutzen, um diese Beziehungen auszudrücken)
Liebe Grüße, Deine Camrbon


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